Montag, 28. April 2014

Freiheit für den Kopf

Unser Kopf steht unter so vielen Einflüssen und wir treiben es immer weiter auf die Spitze und überreizen ihn, sodass wir vieles gar nicht mehr richtig wahrnehmen können, da wir uns viel zu viele Gedanken um andere "wichtige" Sachen machen. Die Gelassenheit ist uns abhandengekommen. Wir stehen in der totalen Dauerüberflutung an Informationen und Neuigkeiten, durch die wir schon ein solches Suchtpotenzial entwickelt haben, dass wir nicht mehr wissen mit der freien Zeit etwas anzufangen. Sich mal selbst wieder richtig wahrnehmen funktioniert kaum noch.

Dazu gehört es auch dem virtuellen Wahnsinn zu entfliehen und die Landschaften zu betrachten anstatt, den Dauerblick auf seinem Smartphone zu haben. Das Handy ausschalten, wenn man schlafen sollte. Sein Handy für mehrere Stunden ausschalten? Fast eine unmögliche Vorstellung für einige. Vielen haben es verlernt einfach mal nichts zu tun und den Kopf freizuhaben. Dabei ist es doch, dass was wir unter 'das Leben genießen' verstehen, einfach mal nichts tun und sich um nichts Gedanken machen. Doch wer kann das schon noch?

Der Druck, dem man sich selbst aussetzt, nicht erreichbar zu sein, scheint schon unerträglich, doch auch der Druck der Freunde, Bekannten ist hoch. Denn war man online bei Whatsapp ohne sofort geantwortet zu haben werden direkt die größten Dinge vermutet, jedoch nicht, dass man mal eine virtuelle Auszeit braucht und auch wenn, darf man sich die überhaupt nehmen? Es ist ja praktisch zur Pflicht geworden in Windeseile jeden zu antworten und über alles zu informieren.

Nicht dass ich irgendetwas gegen Whatsapp, Facebook, Twitter etc hätte, denn sie gehören auch zu meinem täglichen Bestandteil, aber wenn ich mich mit Personen in einem Raum befinde, bevorzuge ich es Gespräche zu führen anstatt, so gut wie über die Hälfte der anwesenden, in mein Smartphone vertieft zu sein. Man will sich immer austauschen, doch mir scheint es größtenteils als wäre es nur noch über die virtuelle Welt möglich. Was ist das bloß für ein Spiel? Wer als Erstes ausschaltet verliert?

Teilweise kann man die Menschen nicht mal aus der virtuellen Welt herausbekommen, denn wenn man sie anspricht, kommt ein empörtes "Doch, doch, natürlich höre ich dir zu" - was ich leider nicht ganz ernst nehmen kann und auch nicht will. Denn wurden wir nicht früher immer ermahnt nicht jemanden ins Wort zu fallen? Aber genauso fühle ich mich, als wenn jemand mir aus dem Smartphone dazwischen redet und das Beachten, dieses dazwischenredenden, zeigt mir einfach nur Desinteresse meines Gegenübers an unserem Gespräch.

 Die Frage dabei ist, haben wir die virtuelle Kommunikation noch im Griff oder hat sie uns schon längst im Griff? Es ist ganz klar Zeit für eine Auszeit um mal wieder die Freiheit in den Kopf zu bringen um die Menschen und Umgebung wahrzunehmen und vor allen Dingen, um sich wieder selber wahrzunehmen zu können. Denn die Welt wird nicht untergehen, wenn man mal nicht erreichbar ist.

Kommentare:

  1. Da hast du wirklich Recht! Es ist mir erst vor kurzem wieder aufgefallen, als mein Emailkonto gehackt wurde. Ich war total verzweifelt, weil ich da erst bemerkt hab wieviele Informationen nur noch virtuell ausgetauscht werden und wieviel man darüber preisgibt... Wenn man bedenkt, dass es erst vor wenigen Jahren noch ganz ohne ging!

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  2. Mein vorletzter Beitrag handelt genau um dieses Thema. "Einsam unter Menschen".
    Für mich gibt es nicht schlimmeres als mit Menschen im Raum zu sitzen, welche andauernd das Gespräch verlassen oder erst gar nicht beginnen, auf Grund von Technik.

    Ich bin der Meinung, dass sich immer mehr Menschen im festen Griff der Technik befinden. Viele merken es jedoch nicht, was diese Sache um einiges schlimmer macht. Letztendlich leidet man nicht nur selbst unter der Techniksucht. Auch reale Kontakte und Beziehungen bekommen dadurch ihre Ecken und Kanten. Und das alles nur wegen ein bisschen Facebook, Whats up oder Twitter?

    Nein danke. Das ist nichts für mich. :)

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